Gewerbe- und Industriebauten

  • Industriefassade

    Industriefassade

  • Lichtkuppeln für Industriebauten

    Lichtkuppeln für Flachdächer

  • Sheddach

    Sheddach

Definition Industriedach

Im Bauwesen gibt es keine allgemeingültige Definition des Begriffs „Industriedach“. Hierunter werden oftmals die Dächer von großen Hallenbauten mit einer großen Abmessung bezeichnet. Die Form wird abhängig von den funktionalen Bedingungen gewählt.

Eine genauere Abgrenzung ermöglicht erst die Industriebaurichtlinie (IndBauR) und deren Anforderungen an den Brandschutz mit der DIN 18234: Baulicher Brandschutz großflächiger Dächer – Brandbeanspruchung von unten. Diese Richtlinien regeln die Anordnung von Brandabschnitten oder Brandbekämpfungsabschnitten bei einer Dachfläche von mehr als 2.500 Quadratmeter. Die DIN 18234 definiert zudem den Dachaufbau oder die Ausführung von Durchdringungen.


Welche Dachform wird bei Industrie- und Gewerbebauten verwendet?

Tonnendach

Das Tonnendach ist ein halbrundes Tonnengewölbe. Es eignet sich ideal für großflächigen Überdachungen.

Flachdach

Flachdächer wirken eben, weisen aber eine geringe Neigung auf. Dann nur so kann Regenwasser ablaufen. Ihr großer Vorteil ist, dass der gesamte Baukörper genutzt werden kann - ohne Dachschrägen. Weit verbreitet sind sie deshalb im Gewerbe- und Industriebau. Zusätzlich kann man das Flachdach auch zu einem Gründach erweitern oder mit Solar- und Photovoltaikanlagen bestücken. Durch Druckentwässerungen kann die Hallenfläche darunter möglichst uneingeschränkt genutzt werden.

Pultdach

Das Pultdach ist die einfachste Dachform. Mit nur einer schrägen Dachfläche ist es kostengünstig herzustellen. Eine Sonderform des Pultdachs ist das Sheddach mit mehreren pultförmigen Abschnitten. Es wird häufig bei Industriegebäuden eingesetzt.

Ein Sheddach ist eine Dachform, die vor allem bei Bauten mit großen Grundflächen konstruiert wird. Dabei werden mehrere kleine pult- oder satteldachartige Dachaufbauten hintereinander angereiht. Durch die Verglasung der vertikalen Flächen wird sehr viel natürliches Licht in das Gebäude gelassen. Dieser natürliche Lichteinfall (meist aus der nördlichen Himmelsrichtung) ist blendfrei und bildet keinerlei Schlagschatten. Ein Gebäude mit Sheddachkonstruktion wird auch als Shedhalle, Shedgebäude oder Shedbau bezeichnet.

Bogendach

Der Begriff Bogendach ist nicht klar definiert. Oftmals wird es als Synonym für krummflächige Dachformen verwendet. Er bezeichnet in diesem Fall alle Dächer, deren Geometrien bzw. Tragwerke aus Bögen zusammengesetzt sind.


Gibt es bestimmte Anforderungen an Abdichtungen von Industriedächern?

Für die unterschiedlichen Abdichtungsbereiche im Gewerbebau sind jeweils spezifische Materialeigenschaften gefragt. Für jede Dachfläche muss individuell die sicherste Abdichtungsvariante festgelegt werden. Dabei dürfen nur solche Produkte verwendet werden, die der Bauregelliste oder allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen entsprechen. Zudem müssen die Abdichtungen den Produktdatenblättern im Regelwerk des Dachdeckerhandwerk entsprechen. 

Die zukünftige Bauwerksabdichtung muss sich auf die veränderten Bedingungen durch die zu erwartende Klimawandlung einstellen. Ein weiterer Anstieg der durchschnittlichen Temperaturen wird auch extreme Klimaereignisse zur Folge haben. Gerade die Dachabdichtung, muss auf diese Entwicklung reagieren. So ist es dringend erforderlich, dass Abdichtungen den höheren Sommertemperaturen und den drohenden Belastungen durch Starkregen, Hagel und Schnee standhalten. Besonders bei den heute schon spürbar stärkeren Hagelschlägen steht die „Perforationssicherheit“ bei der Dachabdichtung an erster Stelle.


Muss ich die Landesbauordnung berücksichtigen?

Die Landesbauordnung ist in jedem Fall zu berücksichtigen. Zusammen mit der Industriebaurichtlinie regelt sie die wichtigsten Vorschriften.


Was ist beim Brandschutz für Industriedächer zu beachten?

Die Industriebaurichtlinie sagt zum Thema Dach: Bedachungen von Brandabschnitten mit einer Dachfläche größer als 2.500 m² sind so auszubilden, dass eine Brandausbreitung über das Dach behindert wird. Der Brandschutz bei Dächern gilt als erfüllt, wenn Dächer nach DIN 18234, mit tragender Dachschale aus z.B. Beton oder mit Bedachungen aus nicht brennbaren Baustoffen gebaut werden.

Was bedeutet die DIN 18234 für Industrie- und Gewerbebauten?

Die DIN 18234 beschreibt im Wesentlichen die Prüfverfahren für eine Brandprüfung, sowie die zulässigen Dachaufbauten und die Lösungen für Dachdurchdringungen und Anschlüsse.
 
Eine wichtige Kennziffer der Richtlinie ist die Dachgröße. Sind das gesamte Dach oder einzelne Brandabschnitte größer als 2.500 m², ist die Bedachung (bestehend aus Dachhaut, Wärmedämmung, Dampfsperre und Unterkonstruktion) so auszubilden, dass eine Brandausbreitung innerhalb eines Brandbekämpfungsabschnittes über das Dach behindert wird. Als Mindestdachneigung sind 2 % (1,2°) vorgeschrieben. Die Anforderungen gelten nicht für erdgeschossige Lagerhallen mit einer Dachfläche von maximal 3.000 m², wenn die Halle ausschließlich zur Lagerung von nicht brennbaren Waren genutzt wird. 

Auch für Dachflächen kleiner als 2.500 m² ist es empfehlenswert, die Dachkonstruktion entsprechend der DIN 18234 zu bauen. So wird ein höheres Sicherheitsniveau erreicht und einer späteren Hallenerweiterung steht der Brandschutz nicht im Wege.

Lichtkuppeln und Lichtbänder im Dach dienen nicht nur zur Ausleuchtung Ihrer Halle, sondern schaffen noch zusätzliche Lüftungsmöglichkeit. Zum vorbeugenden Brandschutz können Rauch- und Wärmeabzugsklappen integriert werden. Eine Vielzahl von Ausführungsvarianten und Abmessungen stehen zur Auswahl.


Die Entwässerung von Gewerbe- und Industriebauten

Um anfallendes Regenwasser sicher abzuführen, ist neben dem Mindestgefälle des Flachdaches von 2 % (1,2°) der Einbau von Dachabläufen an sämtlichen Tiefpunkten des Daches vorgeschrieben. Das garantiert nicht nur eine schnelle Ableitung des Regenwassers, sondern sorgt auch dafür, dass die Dachabdichtung langfristig keinen Schaden durch Pfützenbildung nimmt. Grundsätzlich wird zwischen zwei Entwässerungen unterschieden.

1. Die Freispiegelentwässerung

Die Freispiegelentwässerung ist die traditionelle und bis heute am häufigsten angewandte Methode der Flachdachentwässerung. Jeder Dachgully wird mit einem eigenen Fallrohr an die Grundleitung angeschlossen. Diese unterteilen daher die Lagerhallen durch Säulen, in denen die Fallrohre zur Grundleitung geführt werden. Bei dieser Art Entwässerung ist es zwingend erforderlich, dass auch die Grundleitung ein durchgehendes Gefälle aufweist.

Dies kann vor allem bei großen Grundstücken bedeuten, dass es einen enormen Platzaufwand für die vielen Rohrleitungen des Entwässerungssystems gibt.

Als platzsparende Alternative kann die Druckentwässerung installiert werden.

2. Die Druckentwässerung

Der Vorteil dieses Systems liegt vor allem im Anschluss der vielen Dachabläufen an eine einzige Sammelleitung, die gefällelose unter dem Dach verlegt wird, wodurch nur noch wenige Fallleitungen von Nöten sind. Dies bedeutet eine Platz- und Materialeinsparung in der Lagerhalle.

Das Druckströmungssystem kann bei großen Dachflächen ab 150 m2 pro Ablauf in Betracht gezogen werden und bei einem Mindestabstand von 4,2 m zwischen Dach und Rückstauebene.

Hier ist eine genaue Planung, die passende Materialauswahl und Berechnung der verschiedenen Abläufe unabdingbar. Dies wird auf die Begebenheit Ihres Daches abgestimmt, da verschiedene Neigungen und begrünte Flächen unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen zugrunde liegen. Erfahren Sie hier mehr über das Verfahren.


Solaranlangen und Photovoltaik auf Industrie- und Gewerbebauten

Aufgrund der Größe bieten sich Industriedächer ideal als Standort für Solaranlagen an. Je nach Funktionsweise lassen sich thermische Solaranlagen (Warmwasser) und Photovoltaikanlagen (Solarstrom) unterscheiden.

Für die Installation einer Solaranlage müssen die baurechtlichen Kriterien Standsicherheit, Statik, Brandschutz sowie Wärme- und Schallschutz berücksichtigt werden. Das gewählte Trägersystem für die Solaranlage muss auch bei flach geneigten Dächern Halt geben. Außerdem muss die Konstruktion dafür ausgelegt sein, sämtliche einwirkenden Windlasten sowie Eigen- und Schneelasten, die auf die Anlage einwirken, sicher auszuhalten.

Darüber hinaus muss grundsätzlich beachtet werden, dass die vorhandene Funktionalität der Dachabdichtung weiterhin gewährleistet sein muss: Das heißt, der Wasserablauf darf nicht behindert werden, Gullys müssen Tiefpunkte bleiben und die Solaranlage darf nicht zur Pfützenbildung führen.

Mehr zum Thema können Sie hier erfahren.


Gründach auf Industrie- und Gewerbebauten

Ein Flachdach im Industriebau kann immer auch zu einem Gründach erweitert werden. Es gibt dabei viele Vorteile für Sie und die Umwelt. Wir beantworten Ihnen alle Fragen zum Thema Gründach und Ökologie hier.


Brauche ich eine Wärmedämmung bei Gewerbe- und Industriebauten?

Die Wärmedämmung muss sich nach den Brandschutzvorschriften und den Energiesparverordnungen für Industriebauten richten. Die genauen Maßnahmen müssen individuell am geplanten Vorhaben bemessen werden. Eine nachträgliche Dämmung ist im Rahmen einer Sanierung möglich.


Welche besonderen Absturzsicherungen gibt es?

Anschlageinrichtungen nach DIN EN 795

In der für den deutschen Markt verbindlichen DIN EN 795 werden fünf Varianten von Anschlageinrichtungen unterschieden.

  • Typ A: dauerhaft am Montageuntergrund verankerte Einzelanschlagpunkte
  • Typ B: Anschlagpunkte, die nach dem Einsatz wieder entfernt werden (können)
  • Typ C: Seilsicherungssysteme
  • Typ D: Schienensicherungssysteme
  • Typ E: Anschlagpunkte, die mit einer Last (z.B. Betonplatten, Kies etc.) beschwert sind

Die Flachdachsicherung

Flachdachsicherung ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Maßnahmen zum Schutz vor Abstürzen von Dachflächen. Mit Flachdachsicherungen sind sowohl individuelle als auch kollektiv schützende Maßnahmen gemeint, die keine persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz erfordern, also beispielsweise Seitenschutz in Form eines Gerüsts oder Schutzgeländers.

Schutzgeländer

Schutzgeländer sollen verhindern, dass Beschäftigte bei der Arbeit zu nahe an Absturzkanten geraten bzw. über diese hinausgelangen. Geländer dienen also der Prävention von tödlichen oder lebensgefährlichen Stürzen aus der Höhe. Schutzgeländer werden dem Kollektivschutz zugerechnet, weil sie eine bzw. mehrere Personen schützen, ohne dass diese mit dem Einsatz individueller Schutzausrüstung vertraut sein müssen. Laut Vorschrift sind sie dem individuellen Schutz mit persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) vorzuziehen.

Schutzgeländer können fest verbaut werden, es gibt allerdings auch verschiedene Möglichkeiten, sie temporär aufzustellen und beispielsweise mit Gewichten oder einer anderen Auflast zu beschweren. Sie werden zumeist aus witterungsbeständigem Aluminium gefertigt, wodurch sie einfacher zu transportieren sind und keine großen Zusatzlasten für das Dach bedeuten.

Gemäß DIN EN 13374 ("Temporäre Seitenschutzsysteme") müssen Schutzgeländer mindestens 100 cm hoch sein. Direkt an Absturzkanten ohne einen Rand oder eine Attika von mindestens 100 cm Höhe aufgestellt, benötigen Schutzgeländer neben Handlauf und Knieleiste auch noch eine zusätzliche Fußleiste.

Anschlagpunkte

Einzelanschlagpunkte (bzw. Sekuranten) sind eine individuelle Form der Absturzsicherung auf Dächern, an Fassaden oder anderen Untergründen. Sie werden sowohl als Rückhaltesystem als auch als Auffangvorrichtung genutzt. Anschlagpunkte zählen zur individuellen Absturzsicherung, weil sie geschultes Fachpersonal schützen, das über eine persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) verfügt.

Einzelanschlagpunkte bieten Anwendern die Möglichkeit, sich über ein Verbindungsmittel festzumachen. Sie sind in der Regel mit einer Anschlagöse oder Anschlaglasche ausgestattet, an der zum Beispiel ein Karabinerhaken (gemäß DIN EN 362) befestigt wird.

Je nach Verwendungsart hält diese Sicherungsvariante den Arbeiter auf Abstand zur Absturzkante, um einem Sturz vorzubeugen (Rückhaltesystem), oder sie fängt den Stürzenden auf, bevor dieser einen tödlichen Aufprall erleidet (Auffangsystem).

Durchsturzsicherungen von Lichtkuppeln

Lichtbänder und Lichtkuppeln, die konstruktiv nicht dauerhaft durchsturzsicher sind, müssen mit geeigneten Überdeckungen oder Unterspannungen ausgeführt sein, die ein Durchstürzen bzw. Abstürzen von Personen verhindern. 


Was muss bei Sanierungen von Industriebauten beachtet werden?

Sanierungen müssen nach die Industriebaurichtlinien ausgeführt werden. Diese regeln die Wärmedämmung- und die Brandschutzanforderungen. Des Weiteren müssen die verschiedenen Dach- und Fassadenflächen berücksichtigt werden.


Die Industriefassade

Fassaden an modernen Industriegebäuden und betriebstechnischen Anlagen bieten vielfältige Vorteile: Sie schützen vor allen Umwelteinflüssen wie Niederschlag, Wärme und Kälte, sie sorgen für konstante Betriebstemperaturen, sie wirken schalldämmend und verfügen darüber hinaus über hervorragende Brandschutzeigenschaften.

Wir empfehlen Fassaden aus Titanzink, die neben ihrer besonders langen Haltbarkeit und Wartungsfreiheit auch eine einzigartige Optik aufweisen.


Betrifft die Energiesparverordnung auch Industriebauten?

Ob die Energiesparverordnung auch Ihren Industriebau betrifft, müssen Sie mit dem planenden Architekten und Handwerkern besprechen, da dieses auf die Bauelemente und Funktionsweisen Ihres Gebäudes ankommt. Sie sollten bei Neubauten auch etwaige Änderungen im Betriebs- und Produktionsprozess berücksichtigen, da eine nachträgliche Anpassung an die Verordnung teurer werden könnte, also die Berücksichtigung im Vorfeld.